Alte Herren
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Donnerstag, den 09. August 2007 um 02:00 Uhr

 

VDES-Bezirksmeister 1990: SG Menne/Hohenwepel.
Stehend v.1.: Wolfgang Hamel, Dieter Brechtken, Gisbert Brechtken, Engelbert Schulze, Herbert Brechtken,
Josef Schulte, Karl-Heinz Schubert und der Vorsitzende des VDES.
Kniend v.1.: Norbert Schlüter, Burkhard Sarrazin, Lothar Hausmann, Bernd Schade, Reiner Rose

Chronik Alte-Herren Abteilung

Seit 1970 gehören nicht nur Jugend- und Seniorenfußballer unserem Sportverein an, sondern der Initiative von Johannes Schulze und Hansi Rose ist es zu verdanken, daß auch die Alten-Herren in Menne samstags noch in Freundschaft dem runden Leder nachjagen. Unter dem Motto "wer rastet, der rostet", wurden in den Anfangsjahren pro Jahr einige Freundschaftsspiele mit anderen Alte-Herren Mannschaften durchgeführt. Spieler, die aus Altersgründen aus der Seniorenmannschaft ausschieden, hatten somit weiterhin die Möglichkeit, sich körperlich fit zu halten. Und was wohl damals schon genauso wichtig war wie heute: Wenigstens einmal pro Woche dem Alltags- streß oder der Familie entfliehen, um sich dann anschließend bei einem Glas Bier oder auch mehreren Gläsern Bier in gemütlicher und lockerer Runde zu entspannen und abzuschalten. Anfangs war aber nicht unbedingt die neue Mannschaft die Attraktion. Nein, es war das Maskottchen "Peter", ein Ziegenbock, der für mehr Aufsehen auf den Sportpl„t- zen sorgte. So schrieb das Westfalen-Blatt über das neue Maskottchen: "Bei jedem Spiel der Altfußballer aus Menne soll das Böcklein mit von der Partie sein. Und abends an der Theke soll das Tierchen einzelnen Spielern in den verl„ngerten Rücken stoßen, wenn sie sich nich t zeitig genug vom kühlen Getränk trennen können (so erhofften es sich die 'besseren Hälften' der Fußballer). Man wird sehen, zu welcher Seite sich das Böcklein schlagen wird". Die damaligen Schülerspieler beobachteten den Ziegenbock hinter dem Tor dann auch mehr als das Spiel. Dabei hätten Sie von der Alte-Herren Mannschaft bestimmt noch etwas lernen können. Dieses damalige Maskottchen, der Ziegenbock, existiert heute noch in unserem Vereinswappen weiter. Aus den anfänglich wenigen Freundschaftsspielen pro Jahr sind mittlerweile eine ganze Menge Termine geworden.

Im Jahr 1978 standen beispielsweise nur 14 Termine auf dem Plan. Im Jubiläumsjahr 1997 standen insgesamt 27 Termine an, denn aus der einstigen Mannschaft ist eine gut funktionierende und intakte Abteilung mit nun- mehr fast 80 Mitgliedern geworden. Aus den noch vorhandenen Spielpänen geht hervor, daß man in den vergangenen 27 Jahren gegen jede Alte-Herren Mannschaft aus dem Sportkreis Warburg gespielt hat. Davon bestehen heute schon viele gar nicht mehr oder nur noch in Spielgemeinschaften. Unsere Mannschaft hat aber auch den Kontakt zu anderen befreundeten Mannschaften aus den Nachbarkreisen ge- pflegt. Einige Vereinsnamen sollten an dieser Stelle dann auch genannt werden: Bellersen, Benhausen, Beverungen, Bruchhausen, Dalhausen, Ersen, Espenau, Haar- brück, Heckershausen, Hofgeismar, Lauenförde, Lichtenau, Meerhof, Naumburg, Oesdorf und Waldkappel. Als hochkarätigste Gegner sind aber der KSV Hessen Kassel und der TuS Schloß Neuhaus zu nennen. Wieviele Spieler in den zurückliegenden 27 Jahren in der Mannschaft eingesetzt wur- den, kann an dieser Stelle wegen fehlender Aufzeichnungen nicht angegeben werden. Aber es waren eine ganze Menge Spieler, die dieser Mannschaft immer wieder ein anderes Gesicht gegeben haben. Trotzdem hat es aber doch jahrelang Woche für Woche Probleme bei der Mannschaftsaufstellung gegeben. 1986 wurden z.B. 32 Spieler eingesetzt, obwohl nur 27 Spieler laut Meldeliste gemeldet waren. Für die Betreuer war es immer - auch heute noch - schwierig, eine komplette Mannschaft zusammenzubekommen. Eine leichte Besserung dieser Situation trat 1983 ein. Mit Hohenwepel, die alleine keine Alte-Herren Mannschaft mehr stellen konnten, bildete Menne von nun an eine Spielgemeinschaft, die bis heute auch noch Bestand hat, und seither gut funktioniert und harmoniert. Auch viele Betreuer gab es in dieser Zeit: Johannes Schulze, Hans Rose, Josef Schulte, Reiner Rose, Manfred Wiemers, Wolfgang Hamel, Heinz Leifeld, Wilfried Nolte, Norbert Schlüter, Karl-Heinz Hellmuth, Hansi Schramm, Lothar Hausmann, Ralf Kurten und Dirk Roski. Wegen der Unzuverlässigkeit vieler Spieler war und ist der Betreuerposten in dieser Mannschaft immer ein Problem. Der Höhepunkt war das Spieljahr 1990. Es gab nicht einen Mannschaftsbetreuer - nein, es gab gleich acht Mannschaftsbetreuer, also während der Spielzeit jeden Monat einen anderen. Im nachhinein betrachtet, eine chaotische Situation, die dann im folgenden Jahr zum Glück auch keine Fortsetzung fand. Trotz Personalmangels (es waren nur 10 Spieler) holte diese Mannschaft am 8.9.1987 in Dössel den 1. Pokal: Burkhard Sarrazin, Bernhard Lüer, Karl-Heinz Schubert, Hansi Schramm, Reiner Rose, Herbert Brechtken, Erwin Peine, Josef Schulte, Engelbert Schulze, Josef Strathaus. Logischerweise wechselten die sportlichen Erfolge wie Licht und Schatten. Für das Spieljahr 1982 stand im Protokoll: "Betreuer Reiner Rose hatte über die Aktivitäten der Spieler am Spielbetrieb viel Negatives zu berichten". Zwei Protokolle weisen über den Spielbetrieb gar nichts aus, obwohl Spiele stattgefunden haben. Wie bekannt, werden bei den Alten-Herren keine Meisterschaften ausgetragen, daher ist hier auch schwierig, nur aus überwiegend ausgetragenen Freundschaftsspielen großen sportlichen Erfolg abzuleiten. Aber gerade die letzten Jahre haben gezeigt, daß die Mannschaft besonders bei Pokalturnieren für sportliche Erfolge auf dem grünen Rasen und für dicke fette Schlag- zeilen in der Tagespresse sorgen kann. Im Kreispokal hat es bisher noch nicht den ganz großen Erfolg gegeben, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

 

Bei Pokalturnieren auf Sportfesten war die Mannschaft sehr oft erfolgreich und konnte die begehrten Pokale nach Menne entführen. Zweimal wurde im Winter eine Hallenstadtmeisterschaft in der Dreifachturnhalle in Warburg durchgeführt, wobei sich Menne/Hohenwepel von der besten Seite zeigte. 1988 triumphierte die Mannschaft bei der Premiere im Endspiel mit einem 5:3-Sieg über Dössel. Ein Jahr später reichte es immerhin zum 2. Platz. Der Warburger Alte-Herren Stadtpokal während der Oktoberwoche wurde bisher achtmal ausgespielt, davon stand die Mannschaft fünf mal im Endspiel. Im Jahr 1990 verlor man 0:2 gegen Warburg, 1991 gewann man im Elfmeter-Krimi - frei nach dem Motto "heute darf jeder mal schießen", mit 10:9 gegen Scherfede, 1993 siegte man mit 4:3 gegen Warburg, 1994 verlor man mit 0:1 gegen Scherfede und 1996 unter- lag man mit 1:3 gegen Bonenburg. Die Teilnahme an diesem Oktoberwochenturnier hat sich für die Mannschaft immer gelohnt, denn als Teilnahme- und Siegprämie gab es immer "Warburger Bier" - mal mehr, mal weniger - je nach Erfolg. Sportliche Höhepunkte für die Alte-Herren Mannschaft waren aber zweifelsohne die beiden Erfolge bei den Eisenbahner Bezirksmeisterschaften (VDES) 1990 in Bonen- burg und 1991 in Hameln. 1990 sagte man sich: "Wir machen da einfach mal mit", weil das Turnier ja direkt vor der Haustür in Nörde und in Bonenburg stattfand. Der erste Erfolg bestand zum größten Teil sicher aus der Unbekümmertheit, mit der die Mannschaft diese Sache angegangen ist, denn Aufstellungssorgen waren in den er- sten Gruppenspielen, die in N"rde stattfanden, die größten Probleme. Im Halbfinale konnte mit Kirchweye der haushohe Favorit mit 0:0 in Schach gehalten werden. Durch das 7:6 im Elfmeterschießen zog der Außenseiter Menne/Hohenwepel ins Fi nale gegen Göttingen ein. Göttingen hatte schon mehrfach diese VDES-Meisterschaft gewonnen und war auch durch das Ausscheiden von Kirchweye wieder siegessicher. Doch weit gefehlt, der Meister sollte dieses Mal aus dem Warburger Land kommen. Nach der 2:0 Führung hielt das Abwehrbollwerk aus Menne/Hohenwepel stand und ließ nur kurz vor Schluß ein Gegentor zu. Völlig konsterniert versuchte Göttingen nach Spielschluß noch zu protestieren und ließ die Spielerpässe überprüfen, weil sie glaubten, unsere Mannschaft hätte gemogelt. Nach fünf kräftezehrenden Spielen hieß der VDES- Bezirksmeister 1990: SG Menne/Hohenwepel. Dieser unerwartete Erfolg wurde dann auch in Menne noch gebührend gefeiert, denn irgendwie war die riesige rot-schwarze Fahne des VDES Hannover mit nach Menne gekommen. Dieses seltene Stück und eine alte rote Zuglaterne bildeten den Mittelpunkt bei der Meisterfeier.

Am 15. Juni 1991 gelang der AH-Mannschaft in Hameln das Kunststück, diesen im Vorjahr gewonnenen Titel erfolgreich zu verteidigen. Nach Siegen über Hannover, Ossendorf, Hildesheim und Hameln war Göttingen der Gegner im Halbfinale. Die waren natürlich besonders motiviert, um sich für die Endspielniederlage vomVorjahr zu revanchieren. Doch am Ende hieß es 2:0 für Menne/Hohenwepel und das Endspiel war wieder erreicht. Im zweiten Halbfinale setzte sich die erstmals teilnehmende Mannschaft von LOK Stendal aus der ehemaligen DDR gegen Scherfede durch. Die Mannschaft aus Stendal war gespickt mit ehemaligen Spielern aus DDR- Oberligazeiten und galt als Favorit, weil alle Spiele vorher leicht und locker gewonnen wurden. Menne/Hohenwepel stellte sich aber mit Einsatz und Kampfgeist dem Spielwitz der Stendaler Mannschaft entgegen und sollte am Ende auch dafür belohnt wer- den, denn nach dem 0:0 nach regulärer Spielzeit, wurde das anschließende Elfmeter- schießen mit 4:3 gewonnen und der VDES-Titel ging zum zweiten Mal nach Menne.
Obwohl 1992 beim dritten Anlauf bereits in der Vorrunde das Aus kam, sind allen Beteiligten diese drei Turniere in guter Erinnerung ge-blieben, denn wenn man bedenkt, daß der VDES-Bezirk Hannover im Norden bis an die Nordseeküste, im Süden bis nach Kassel, im Westen bis an die Weser und im Osten bis in die neuen Bundesländer reicht, dann ist das ein toller Erfolg für den "kleinen Ort" Menne. Lieblingsgegner hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren natürlich auch gehabt. Da sind einige Mannschaften, die gegen Menne/Hohenwepel so richtig unter die Räder gekommen sind. Hohe Siege mit 14:1, 10:3, 8:0, 8:1 7:2 6:0, 6:11 5:0, 5:1 hat es da gegeben. Rimbeck, Bühne, Ossendorf und Germete sind da schon mal die Leidtragenden gewesen. Es hat natürlich auch hin und wieder mal eine saftige Niederlage gegeben, so z.B. 0:6 in Neuenheerse oder 2:7 in Ersen. Insgesamt, unterm Strich gesehen, ist die Bilanz der Alte-Herren Mannschaft positiv zu bewerten, es wurden mehr Spiele gewonnen als verloren und es wurden mehr Tore geschossen, als man selbst kassiert hat.

In dieser Alte-Herren Abteilung wird nicht nur Fußball gespielt. Es wird auch gearbeitet und gefeiert. Immer wenn die Kassenlage es erforderlich machte, wurden die Verantwortlichen aktiv. Ein Preisknobeln oder ein Alte-Herren-Sportfest verschafften immer wieder den finanziellen Spielraum, damit auch zünftig gefeiert werden konnte. Ob es die traditionelle Vatertagstour war, eine Brauereibesichtigung, der Hans- Stellmach-Cup oder die jährliche Saisonabschlußfeier.
Mit dem finanziellen Rückhalt der kleinen Abteilungskasse, waren solche Feierlichkeiten immer leicht auf die Beine zu stellen. Aber natürlich sind solche Feiern nicht nur mit Geld zu gestalten. Ohne die fleißige Arbeit vieler Mitglieder und deren Ehefrauen wäre das natürlich bis heute nicht möglich gewesen, dafür sei an dieser Stelle schon einmal "Danke" gesagt. Höhepunkte für die gesamte Alte-Herren Abteilung, also für aktive und passive Mitglieder, sind natürlich diese geselligen Veranstaltungen. Der Vatertag ist in der Regel immer das erste "highlight" des Jahres. Falls jemand bis heute noch nicht weiß, wie dieser Tag abläuft, hier ist eine kleine Inhaltsangabe:

1- morgens um 10 Uhr: Treffen - zuerst Beitrag bezahlen -
2- Frühstück mit frischen Mettbrötchen und Bier
3- dann erst einmal 2 Stunden wandern - Rast mit Essen und Trinken -
4- wieder 1 Stunde wandern - Rast mit flüssiger Nahrung
5- bis nach Menne zurück nochmals ca. 1 Stunde wandern
6- Abschluß mit viel Essen und Trinken, solange die Kraft reicht
7- Ende eines Tages mit viel frischer Luft und schweren Beinen

- Für die Zubereitung der Verpflegung sind immer einige "fußkranke" Mitglieder zu- ständig. "Fußkranke" Mitglieder sind auch immer genügend vorhanden, da gab es bisher fast nie Probleme. Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Anton Jochheim wurde diese Vatertags- wanderung ins Leben gerufen. Die Wanderung führte die Gruppe in den ersten Jahren zum gemeinsamen Abschluß in die Scherfeder Waldhütte.


Hans Stellmach bei der Übergabe des Wanderpokals an Wolfgang Hamel

Eine sportliche und gesellschaftliche Veranstaltung hat unser Ehrenmitglied Hans Stellmach im Jahre 1992 ins Leben gerufen: Durch seine Idee und seine Initiative entstand der Hans-Steilmach-Cup, ein freundschaftlicher Kräftevergleich der Alte- Herren Fußballer unter 40 Jahre gegen die über 40 Jahre. Hans Stellmach, der nicht mehr in Menne wohnt, hängt mit seinem Fußballerherz immer noch an Menne, und so sieht er mindestens einmal im Jahr viele der Spieler wieder, die bereits damals als Schülerspieler bei ihm das Fußballspielen begonnen haben. 1992 konnten die älteren Spieler im Elfmeterschießen den Pokal knapp für sich gewinnen, danach haben bisher die jüngeren Spieler viermal gewonnen. Den Abschluß eines jeden Fußballjahres bildet die Saisonabschlußfeier. Die Beteiligung zeigt, daß viele Mitglieder solche Abende nutzen, um gemeinsam Unterhaltung und Spaß zu haben. Ob die Feier im Vereinslokal, im Sportheim, im UHG-Heim in Borgentreich, im Pfarrheim oder im Casino der Bundeswehrkaserne Mengeringhausen stattfand, es war immer ein gelungener Abschluß mit reichlich Essen und Trinken. Die Geschicke dieser Alte-Herren Abteilung lag in der abgelaufenden Zeit in den Hän- den von den nachstehend aufgeführten Personen. Anton Jochheim hatte 12 Jahre lang bis 1982 das Amt des 1. Vorsitzenden inne. Von 1982 bis heute führt Wolfgang Hamel die Abteilung an. Hansi Rose führte von 1970 bis Anfang 1993 die Kasse, die dann von Hansi Schramm übernommmen wurde. Den "Schriftkram" erledigte zuerst Johannes Schulze, der dann vom ersten Schriftführer Herbert Nolte übernommen wurde. Ab 1982 bekleidete Bernd Schade den Schriftführerposten, der Anfang 1991 von Burkhard Sarrazin übernommen wurde.



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